Ludwigshafen inszeniert

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Theater im Pfalzbau
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Hansgünther Heyme
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Sanierung Theater

Chronologie der Sanierung

Am Anfang der Sanierungsgeschichte stand ein Schreiben vom 11. Dezember 2001. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz machte darauf aufmerksam, dass der technische Zustand der Bühne nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspreche. Es seien erhebliche Sicherheitsmängel vorhanden. Das Theater dürfe daher nur mit Auflagen – und diese schränkten den Bühnenbetrieb deutlich ein - befristet weiter betrieben werden.

Sicherheitsmängel schränken Bühnenbetrieb ein

Es folgte ein Prüfbericht des TÜV Süddeutschland am 31. Juli 2002, in dem gravierende Sicherheitsmängel in der Steuerung der Bühnentechnik festgestellt wurden. Diese führten zu weiteren Einschränkungen des Betriebs. Am 25. Juli 2003 stimmte die Unfallkasse einer Vereinbarung zu, nach der der Bühnenbetrieb mit definierten Auflagen und Einschränkungen bis zum Ende der Spielzeit 2005/2006 weiter laufen darf, unter der Bedingung, dass Maßnahmen zur Beseitigung der Sicherheitsmängel bis spätestens 2005 begonnen werden und bis zum Beginn der Spielzeit 2006/2007 abgeschlossen sein müssen. Anderenfalls müsse der Spielbetrieb sofort eingestellt werden.

Im Zuge der Begehungen wurden auch die Feuerwehr Ludwigshafen und die Bauaufsicht wegen der sicherheitstechnischen Einrichtungen involviert. Die Feuerwehr legte am 12. August 2003 eine Stellungnahme zum Brandschutz des gesamten Pfalzbaus vor. Darin wurden erhebliche und umfangreiche brandschutztechnische Mängel im Gebäude festgestellt, welche für den weiteren Betrieb dringend behoben werden müssten.

Erhebliche Auflagen

Aufgrund der Forderung der Unfallkasse vom 11. Dezember 2001 wurde von der LUKOM das Büro Dr. Maleton und Klein beauftragt, die Projektsteuerung für Beseitigung der Sicherheitsmängel durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt waren der genaue Umfang und die Zuständigkeit noch nicht abgegrenzt. Mit Beschluss vom 10. November 2003 genehmigte der Bau- und Grundstücksausschuss die Vorplanung anhand der die Gesamtkosten berechnet werden sollten.

Die Forderungen der Unfallkasse und des TÜV sowie die Stellungnahme der Feuerwehr machten es demnach zwingend notwendig, die aufgezeigten Mängel zu beseitigen, ansonsten hätte der Bühnenbetrieb eingestellt werden müssen. Um die Foyers weiterhin für Veranstaltungen wie Kongresse nutzen zu können, mussten dringend sichere Fluchtwege geschaffen werden. Diese konnten bislang im Brandfall nicht rauchfrei gehalten werden und waren zudem in allen Bereichen zu schmal dimensioniert und überlang. Der Theater- und Kongressbereich durfte nur mit Auflagen und bei größeren Veranstaltungen nur mit Einzelgenehmigungen betrieben werden.

Nachdem der Stadtrat der Sanierung der Sicherheitstechnik am 8. März 2004 zustimmte, konnte sie in den Jahren 2005 und 2006 während der verlängerten Spielpausen des Theaters durchgeführt werden.

Mai 2005: Architektenwettbewerb ausgelobt

Noch im Mai 2005 wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt mit dem Ziel, den Tagungs- und Kongressbereich attraktiver zu gestalten sowie die Nutzungsmöglichkeiten und die Vermarktbarkeit des Konzertbereichs durch die LUKOM zu erhöhen. Der Wettbewerb beschränkte sich im Wesentlichen auf die Bereiche des Theaters und des Konzertsbereichs im Erdgeschossfoyer. Hierbei sollte sich das Foyer mehr nach außen öffnen.

Der Wettbewerb, an dem 19 Planungsbüros teilgenommen hatten, wurde am 12. Juli 2005 abgeschlossen und die Arbeit des Büro Wiesemann, Köln, mit dem ersten Preis prämiert. Das Konzept zeichnete sich durch einen sehr feinfühligen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz aus, formulierte das Preisgericht. Es sah vor, dass die beiden Bereiche Theater und Konzert über separate Eingänge erschlossen werden.

Die externe Gastronomie im rückwärtigen Erdgeschoss sollte entfallen und als erweiterte Foyerfläche umgenutzt werden. In diesem Bereich sollten zusätzliche Tagungsräume und eine Ausgabestelle der zentralen Küche geschaffen werden. Die jetzige Garderobe des Konzertfoyers sollte zur "Studiofläche" werden. In diesem multifunktional zu nutzendem Raum könnten gleichermaßen Seminare, Tagungen und Vorführungen sowie Kleinkunstveranstaltungen, Konzerte oder auch Messen stattfinden.

Im Zuge des Abstimmungsprozesses wurden Wünsche und Anforderungen der Nutzer ebenso wie ein neues ganzheitliches Brandschutzkonzept in die Planung eingearbeitet. Grünes Licht dafür, dass neben der Sanierung der Sicherheitstechnik auch die Foyers neu gestaltet werden sollen, gab der Stadtrat am 24. April 2006.