
Wohnen im historischen Ambiente
Das ehemalige Stadthaus Lutherstraße wird wiederbelebt
In dem denkmalgeschützten ehemaligen Stadthaus an der Ecke Berliner Straße/Lutherstraße beginnen noch in diesem Jahr die Bauarbeiten an den ersten von rund 40 Wohneinheiten. Damit geht das Projekt "Wohn-Art am Lutherplatz" der S&O Entwicklungsgesellschaft Ludwigshafen GmbH, welches ein Leben im urbanen Umfeld mitten im kulturellen Zentrum Ludwigshafens garantiert, auf die Zielgerade. "Wohn-Art am Lutherplatz" ist eines der größten Wohnungsbauprojekte in der City und ein wichtiger Pfeiler im Stadtumbau mit dem Motto "Heute für Morgen". Baubeginn ist im Herbst 2010, die ersten Mieter können Ende 2012 einziehen.
"Mit der offiziellen Übergabe der Baugenehmigung wird ein wichtiges Leuchtturmprojekt des Stadtumbauprozesses auf den Weg gebracht", sagte Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger während eines Pressegespräches am Mittwoch, 21. Juli 2010. "Ein wichtiger Schritt hin zur nachhaltigen Quartiersentwicklung um den Lutherplatz ist somit gelungen: Alle städtischen Flächen sowie Flächen der TWL konnten an die S&O Entwicklungsgesellschaft GmbH aus Ludwigshafen verkauft werden. Im Zuge des Stadtumbaus soll das Quartier Lutherplatz nun als gute Adresse für innerstädtisches, familiengerechtes Wohnen weiterentwickelt und etabliert werden", erläuterte Dillinger, der sich besonders freute, dass auch auswärtige Investoren nachhaltiges Interesse an diesem Standort zeigen. Hinter der S&O GmbH stehen die Firmen Sax Concept Systembau GmbH aus Tübingen, ein erfahrener Projektentwickler im Bereich denkmalgeschützter Immobilien, der bislang hauptsächlich im Süden und Osten Deutschlands tätig ist, und Osika GmbH aus Ludwigshafen, die, wie Beispiele im Hemshof und in der Metropolregion Rhein-Neckar zeigen, denkmalgeschützte Häuser auf einem ökologisch hohem Niveau saniert.
Das Investitionsvolumen für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes beträgt rund 10 Millionen Euro. Bezuschusst wird das Projekt mit 1,8 Millionen Euro, von denen die Stadt Ludwigshafen 20 Prozent und das Land 80 Prozent übernehmen. Das Vorhaben am Lutherplatz zeichnet sich vor allem durch eine nachhaltige Sanierung aus, die bestehende Ressourcen nutzt und weiterentwickelt. Dabei wird neben einer hohen Energieeffizienz auch eine hohe Flexibilität für bedarfsgerechtes und komfortables Wohnen für alle Altersstufen erreicht. Die Grundrisse der 40 bis 160 Quadratmeter großen, lichtdurchfluteten Einheiten werden bedarfsgerecht zugeschnitten, die denkmalgeschützte Fassade erhalten und die Wände von innen gedämmt. Zudem werden alle Fenster durch mehrfach verglaste und sprossengeteilte ersetzt, die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht, dezentrale mechanische Lüftungen mit Wärmerückgewinnung in jede Einheit ein-gebaut, Schall- und Brandschutz verbessert, behindertengerechte Aufzüge installiert sowie Balkone an der Hofseite angebracht. Das I-Tüpfelchen werden wohl die Penthäuser, die als Neubauten auf dem jetzigen Flachdach des Gebäudes entstehen.
Der viergeschossige rote Backsteinbau am Lutherplatz wurde von 1927 bis 1929 vom städtischen Hochbauamt auf einem Teilareal der damals dort ansässigen Firma Giulini unter der Leitung von Regierungsbaumeister Hans Graf im Bauhausstil errichtet. Im Untergeschoss befanden sich der Kokskeller, Speise-, Wasch- und Umkleideraum sowie Brause- und Wannebäder für die Hilfsarbeiter und Elektriker des zentralen Umspannwerkes. Im Erdgeschoss waren die Installations- und feinmechanischen Werkstätten, die Werkzeugmacherei, die Uhrenzentrale und ein Vorführraum für elektrische Apparate. Darüber fanden die Büros der Betriebsleitung sowie Räume, in denen Uhren geeicht wurden, Platz. Im zweiten und dritten Geschoss waren Wohnungen für Werksangehörige und Monteure untergebracht. Im rückwärtigen Bereich des 2.600 Quadratmeter großen Areals befanden sich Schaltanlagen in einer zweigeschossigen Halle sowie die Kommandozentrale in einem daneben liegenden Gebäude. Nachdem die Mitarbeiter der Stadtwerke 1970 in den TWL-Bau an der Industriestraße zogen, bezogen in den 1980er Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Räume.
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