
Nachhaltige Stadtentwicklungspolitik gewürdigt
Neues Stadtquartier am Rhein: Innenminister Bruch informiert sich vor Ort zum Stadtumbau Ludwigshafen
Ludwigshafens City rückt an den Rhein: Wenige Tage vor der Eröffnung der Rhein-Galerie informierte sich der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch über den aktuellen Stand des Ludwigshafener Stadtumbaus.
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das unter dem Motto "Heute für Morgen" stehende große städtebauliche Vorhaben seit 2008 und bis einschließlich 2012 mit 12,5 Millionen Euro. "Ende September wird für Ludwigshafen ein großer Wunsch Wirklichkeit: Die Innenstadt ist wieder direkt mit dem Rhein verbunden, ein neues Stadtquartier ist entstanden. Öffentliche Investitionen haben ein Vielfaches an privaten Investitionen ausgelöst. Der Ludwigshafener Stadtumbau ist eine Erfolgsgeschichte", freute sich Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse.
"Die Stadt Ludwigshafen verfolgt mit der Neuausrichtung ihrer Innenstadt eine nachhaltige Stadtentwicklungs- und Wirtschaftspolitik, die das Land verantwortungsbewusst begleitet und unterstützt", erklärte Minister Bruch. Die städtebauliche Erneuerung bleibe weiterhin eine Schwerpunktaufgabe des Landes.
"Wir sind uns unserer Verantwortung für die Städte bewusst. Durch die Bereitstellung von Fördermitteln sollen insbesondere Innenstädte von zentraler Bedeutung wie in Ludwigshafen gestärkt werden."
"Auch Dank der Förderung durch das Land haben wir in diesem Jahr echte Meilensteine erreicht. Die neugestalteten Straßen sind fertiggestellt, die Rhein-Galerie wird eröffnet, wichtige private Projekte sind auf den Weg gebracht. Bis heute sind rund 300 Millionen Euro in die Innenstadt geflossen, davon sind rund 90 Prozent privates Kapital", lautete die Zwischenbilanz von Baudezernent Klaus Dillinger, zugleich Geschäftsführer der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft (W.E.G.) Ludwigshafen. Dillinger sieht damit auch das Ziel der Stadt erreicht, einen Investitionsanschub in Gang zu setzen. Umso mehr freue er sich, dass das Land auch weiterhin den Stadtumbau in Ludwigshafen unterstützen wolle.
Viele Maßnahmen und Konzepte, die Stadt und WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft (W.E.G.) Innenminister Bruch bei seinem Besuch vor zwei Jahren vorgestellt haben, seien inzwischen umgesetzt, weitere können nun dank der Fördermittel des Landes gestartet werden, wies Baudezernent Klaus Dillinger, der als Geschäftsführer der W.E.G. den Stadtumbauprozess von Anfang an koordiniert hat, auf die sichtbaren Erfolge des Programms hin: Im öffentlichen Bereich sind die "Pilzdächer" aus den 1970er Jahren abgebaut und neue Leuchten, Bänke, Spielgeräte und Bäume schaffen eine freundliche Atmosphäre. Die beiden großen Kultureinrichtungen, das Wilhelm-Hack-Museum und der Pfalzbau, sind saniert. Neben Bismarckstraße und Mundenheimer Straße, die bereits seit längerem fertiggestellt sind, werden die Zollhofstraße sowie die neuen Achsen zum Rhein - Bahnhofstraße und Kaiser-Wilhelm-Straße - am 21. September offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Wenige Tage später, am 29. September, wird nach knapp zwei Jahren Bauzeit das größte private Investment im Stadtumbauprozess eingeweiht: das neue Stadtquartier am Rhein mit Rhein-Galerie, Stadtplatz und Rheinuferpromenade. Gut 220 Millionen Euro haben die Investoren ECE und Union Investment am ehemaligen Zollhofhafen in-vestiert. "Mit der Stärkung der Einkaufsstadt Ludwigshafen, zu der die Rhein-Galerie maßgeblich beitragen wird, werden wir Kaufkraft zurückgewinnen. Die attraktive Einkaufslage direkt am Rhein ist etwas Besonderes in der Metropolregion und wird auch viele Besucherinnen und Besucher nach Ludwigshafen locken", sagte Dillinger.
Neuer Stadtplatz, Rhein-Galerie und Lutherplatz
Beim Rundgang lernte Innenminister Bruch hautnah die Aufbruchsstimmung in Ludwigshafen kennen. Auf dem neuen Stadtplatz wurde er von Georg Monheim, Projektleiter der ECE, und Andrea Poul, Center Manager der Rhein-Galerie, zu einer kurzen Besichtigung des Centers begrüßt. Anschließend führte der Weg über die Bahnhofstraße vorbei am Bismarckzentrum, dessen neuer Eigentümer, das Mannheimer Unternehmen Bak Kardeşler, demnächst mit der Sanierung starten will.
Auch der Umbau der gegenüberliegenden Bismarck-Apotheke wird mit Stadtumbaumitteln gefördert. Ziel des Rundgangs war der Lutherplatz, wo durch den Verkauf des ehemaligen Stadthauses Lutherstraße und des TWL Umspannwerkes ein wichtiger Schritt hin zur nachhaltigen Quartiersentwicklung gelungen ist.
"Wir sind stolz, ein ganz aktuelles Projekt des Stadtumbauprozesses präsentieren zu können, das sich explizit dem Thema Wohnen in der Innenstadt widmet. Die Umgestaltung des denkmalgeschützten Stadthauses am Lutherplatz durch private Investoren ist eines der größten Wohnungsbauvorhaben im Stadtumbau "Heute für Morgen" und ein weiteres Glied in der Kette der Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt als Wohnstandort", erläuterte Oberbürgermeisterin Dr. Lohse. Die S & O Entwicklungsgesellschaft GmbH aus Ludwigshafen hat für den 1929 fertiggestellten Gebäudekomplex ein nachhaltiges Konzept entwickelt, mit dem der Lutherplatz zur innovativen Adresse für innerstädtisches, familiengerechtes Wohnen wird.
Zudem investiert ein weiterer privater Investor am Lutherplatz. Die Eigentümergemeinschaft Karakaplan wird ein neues Wohngebäude erstellen. Das Investitionsvolumen für den Umbau des ehemaligen Stadthauses beträgt rund 10 Millionen Euro. Bezuschusst wird das Projekt mit maximal 1,8 Millionen Euro, von denen die Stadt Ludwigshafen 20 Prozent und das Land 80 Prozent übernehmen. Beate Schneider, Geschäftsführerin der S & O Projektentwicklungsgesellschaft, erläuterte das Projekt "Wohn-Art am Lutherplatz" und führte den Minister kurz durch das Gebäude. "So bald als möglich wollen wir die alte Trafohalle abbrechen, danach startet die erste Bauphase. Die ersten Mieter sollen Ende 2012 einziehen", umreißt sie den zeitlichen Ablauf.
Der Ludwigshafener Stadtumbau "Heute für Morgen"
Die Aufwertung der Ludwigshafener Innenstadt startete 2006 mit der so genannten Ministermillion, die seitens des Landes Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wurde. Daraufhin folgte Anfang Januar 2008 die Entscheidung des Stadtrats, Teile der Innenstadt förmlich als Sanierungsgebiete auszuweisen. Seit dem vergangenen Besuch von Innenminister Bruch im September 2008 läuft der Prozess offiziell unter der Bezeichnung "Stadtumbau Innenstadt". Der Impuls für den Stadtumbau der Ludwigshafener Innenstadt war mit der Entscheidung gegeben, am ehemaligen Zollhofhafen ein neues urbanes Stadtquartier zu entwickeln.
2007 gab der Stadtrat dem Konzept des Hamburger Projektentwicklers ECE grünes Licht und ermöglichte damit auch die Finanzierung des Umbaus der Zollhof-, Bahnhof- und Kaiser-Wilhelm-Straße. Diese war durch den Erlös gedeckt, den die Stadt durch den Verkauf des Zollhofareals erzielte.
Mit dem Umbau der City stemmt Ludwigshafen eines der größten und komplexesten Projekte seiner Stadtentwicklung. Viele Vorhaben greifen dabei ineinander, und es werden die verschiedensten Bereiche städtischen Lebens wie wohnen, arbeiten, einkaufen, lernen oder ausgehen berührt. Ludwigshafen baut, plant, diskutiert, pflanzt, gestaltet, inszeniert und unternimmt noch vieles mehr. Ziel ist es, die Stärken der Stadt am Rhein weiter auszubauen. Öffentliche Hand und private Investoren, Bürgerschaft und Verwaltung handeln heute gemeinsam für morgen.


